Wie groß soll der Abstand von Windkraftanlagen zur Wohnbebauung mindestens sein?

Oberstes Kriterium für die Festlegung eines Mindestabstand von WKA zur Wohnbe-bauung muss der Schutz der Bevölkerung vor gesundheitlichen Risiken und Beein-trächtigungen sein. Dabei darf es keine Rolle spielen, ob es sich um Wohngebiete oder Einzelgebäude handelt. Zunächst fallen die Lärmbelästigung durch die WKA und ihr Disko-ähnlicher Schattenwurf  ins Auge. Für beides müssen im Genehmigungs­verfahren Gutachten dahingehend vorgelegt werden, dass bestimmte Grenzwerte während des Betriebs nicht überschritten werden (z.B.im Fall der Geräuschbelästigung durch die TA Lärm).
In den letzten Jahren mehren sich ernstzunehmende Hinweise, dass von nicht hörbaren Schallimmissionen der WKA, dem gepulsten Infraschall, erhebliche Gesundheits­störungen ausgehen können (vgl. unten Infraschall/Lärm). Die aktuellen Daten belegen tatsächlich ein konkretes Gesundheitsrisiko und begründen, dass Bürger vor dem Infraschall aus WKA geschützt werden müssen. Dies ist der Standpunkt unabhängiger Ärzte und Akustiker, namhafter Ärztevereinigungen und der WHO. Einschlägige Publikationen deutscher Ärzte stammen z.B. vom Ärzteforum Immissionsschutz aus Bad Orb, der Ärztekammer Niedersachsen (AEFIS) und zahlreichen Praxis-Ärzten (mehr dazu unter Infraschall/Lärm).
Da die Infraschallimmissionen der WKA weit in den Kilometerbereich reichen und die Reichweite wesentlich durch die Höhe der WKA bestimmt wird, fordern die Ärzte zum Schutz exponierter Menschen einen Mindestabstand von WKA zur Wohnbebauung in der 10 fachen Anlagenhöhe.
>  Windenergie und Abstandsregelungen, Abstand von Windenergie – eine wissenschaftsbasierte Empfehlung
 
Diese sogenannte 10xH-Regel wird in Bayern angewandt und gilt seit 2015 auch in Polen. Die meisten BI's in Deutschland haben ebenfalls die 10xH-Regel in ihren Forderungskatalog übernommen. In Großbritannien sind 3000 m, in den USA 2500 m Abstand vorgeschrieben. In Baden-Württemberg hat dagegen die grün-schwarze Koalition die ausbaufreundliche Politik der vorherigen grün-roten Landesregierung im Koalitionsvertrag bestätigt; der gesetzlich vorgeschriebene Mindestabstand beträgt hier 700 m. Allerdings findet sich im Koalitionsvertrag der Rat an die Planer, einen Mindestabstand von 1000 m zur Wohnbe-bauung einzuplanen
>  Windkraft in der Region: 700 Meter Abstand zur Wohnbebauung sind nicht mehr zeitgemäß (RNZ vom 11.05.2016)
 
Die 700 m stammen aus einer Zeit, in der die Windräder eine Höhe im Bereich von 50 m hatten. Die modernen WKA haben eine Höhe von z.T. über 250 m. Die Folge dieser WKA-ausbaufreundlichen Regelung ist, dass mögliche Gesundheitsschäden von Anwohnern in Kauf genommen werden.




<  Zurück


Bürgerinitiative zum Schutz des Hochschwarzwalds St. Märgen e.V.
info (at) bi-hochschwarzwald.de