Welchen Schall emittieren Windkraftanlagen ?

1. Hörbarer Schall entsteht beim Durchschneiden der Luft durch die Rotorflügel (bei aktuellen Anlagen erreichen die Rotorspitzen 300 - 400 km/h) und als Maschinenge­räusch der Turbine. Dieser wird als Lärm wahrgenommen und kann bei längerer Exposition bekannte Stresswirkungen auslösen, bei chronischer Einwirkung auch Gehörschäden und Herz-Kreislauf-Probleme. Vor diesen Wirkungen soll der Mensch durch das Bundes-Immissionsschutzgesetz und die Vorschriften der TA Lärm geschützt werden.
Der wahrnehmbare Lärm kann durch technische Maßnahmen reduziert werden, d.h. bei der Entstehung durch eine optimale Einstellung der Turbine oder Rotorflügel, oder (notfalls) durch Dämmung innerhalb von Gebäuden (Fenster, Mauer, Dach etc.).

2. Problematischer ist die unhörbare Komponente der Schall-Emission: Wenn ein Rotorflügel den Mast passiert, entsteht jeweils ein Druckstoß. Der Betrieb einer WKA erzeugt deshalb periodische Pulse mit Frequenzen unterhalb von 8 Hertz und Wellen­längen von mehr als 40 m. Sie gehören zum Infraschall, einem Frequenzbereich, der nicht gehört und daher zunächst nicht als Gefahr bewertet wird. Er gelangt jedoch über die äußeren Haarzellen und das Gleichgewichtsorgan ins Gehirn und wirkt dort auf unbewusste Gehirnfunktionen.(Im Gegensatz dazu wird Hörschall über die inneren Haarzellen und den Hörnerv in den auditiven Cortex der Hirnrinde geleitet.) Für Infraschall gibt es deshalb keine am Hören orientierte Wahrnehmungsschwelle. Zudem ist er wegen der großen Wellenlängen nicht dämmbar. Infraschall wird im Untergrund über große Entfernungen transportiert und kann in entfernten Gebäuden als sog. Körperschall auftreten, wobei er u.U. den luftgeleiteten Infraschall verstärkt. Deshalb gilt z.B. für Erdbeben-Messstationen ein Mindestabstand zu WKA von meist 10 km.

Was bewirkt Infraschall im Menschen ?

Infraschall im weitesten Sinne (Frequenzbereich unter 16 Hertz) ist ein normaler Bestandteil unserer Umwelt und wird oft zusammen mit niederfrequentem Hörschall emittiert. Er entsteht z.B. durch die Meeresbrandung, den Wind in einer Gras- oder Waldlandschaft, den Straßenverkehr oder manche Haushaltsmaschine. Die meisten dieser Emissionen sind nach heutigem Wissen ungefährlich. Der Infraschall aus WKA unterscheidet sich davon erheblich, da er wie oben erklärt in Form rhythmischer Pulse auftritt. Dieser gepulste Infraschall (meist unter 6 Hertz) löst besonders bei empfindlichen Menschen erhebliche Gesundheitsstörungen aus, typischerweise erst nach mehrtägiger Exposition. Die primäre Wirkung besteht in Schlafstörungen, Angst- und Schwindelanfällen. Bei weiterer Einwirkung entsteht im Gehirn eine permanente Alarmsituation, die der Arzt als Anstieg von Stresshormonen nachweisen kann. Sie führt zu psychischer Labilität, verminderter Sauerstoffversorgung und Anpassungsfähigkeit des Herzens, Blutdruckanstieg und erhöhtem Risiko von Herzinfarkten.

Stellungnahmen von Medizinern und Betroffenen

Die genannten Wirkungen sind durch eine Vielzahl von Studien belegt und wurden von Ärzten aus verschiedenen Ländern und Standorten erhoben. Ca. 15 % - 30 % der untersuchten exponierten Personen zeigten derartige Symptome. (Zum Vergleich: die Häufigkeit von Diabetes liegt bei ca. 10 % und von Demenzerkrankungen bei ca. 7 % der deutschen Gesamtbevölkerung.)
>  www.vernunftkraft.de/videos/ (Vortrag Dr. J. Mayer u.a.)

Die aktuellen Daten belegen ein konkretes Gesundheitsrisiko und begründen, dass Bürger vor dem Infraschall aus WKA geschützt werden müssen. Dies ist der Standpunkt unabhängiger Ärzte und Akustiker und namhafter Ärztevereinigungen, einschließlich des Deutschen Ärztetags (Mai 2015) und der WHO. Einschlägige Publikationen deutscher Ärzte stammen z.B. vom Ärzteforum Emissionsschutz aus Bad Orb, der Ärztekammer Niedersachsen (AEFIS) und zahlreichen Praxis-Ärzten z.B. Dr. Voigt (Ddr.b.voigt@t-online.de)
>  www.gegenwind-bad-orb.de/windkraft-fakten/gesundheitsgefahren/infraschall/
>  http://aefis.jimdo.com/aefis-aktiv/

Die Ärzte fordern zum Schutz exponierter Menschen einen Mindestabstand von WKA zu Wohngebieten in der 10 fachen Anlagenhöhe (bei Gesundheitseinrichtungen in 15facher Anlagenhöhe). Die sogenannte 10xH - Regel wird in Bayern angewandt und gilt seit 2015 auch in Polen. In Großbritannien sind 3000 m, in den USA 2500 m Abstand vorgeschrieben. In Baden-Württemberg lehnt die Landesregierung die 10xH Regel vehement ab und hat einen Richtwert von 700 m für Wohngebiete (für Anwohner im Außenbereich 400 m !) vorgegeben.
Um die gesundheitsschädigende Wirkung des Infraschalls aus WKA besser zu verstehen, bedarf es dringend weiterer, detaillierter Forschung. Es ist z.B. die Ursache für die individuell unterschiedliche Empfindlichkeit exponierter Personen zu klären oder die Übertragbarkeit der an Tieren beobachteten Neigung zu Früh- und Fehlgeburten auf den Menschen. Es ist jedoch nicht verantwortbar, ein gesundheitliches Risiko durch Infraschall aus WKA pauschal zu verneinen, solange nicht alle Unklarheiten ausgeräumt sind (s.u.).

Seit April 2016 liegt dem Bundesverfassungsgericht eine Klage von Familien aus SH, RP und BW vor, die massiv unter der Wirkung von Infraschall aus den WKA ihrer Umgebung leiden. Stellvertretend für viele Betroffene fordern sie den Schutz des Verfassungsguts Gesundheit und werden dabei von Ärzten, Akustikern und Juristen unterstützt.
>  www.vernunftkraft.de/verfassung-schaedlich/

Infraschall und Energiepolitik - ein behördlicher Kampf gegen die Fakten

In der Bundesrepublik existieren derzeit fast 1000 Bürgerinitiativen, deren Mitglieder sich gegen den aus ökologischen, gesundheitlichen und energiepolitischen Gründen unsinnigen Ausbau der Windenergie wehren. Sie haben sich auch mit dem Infraschall und seinen Wirkungen auseinandergesetzt.
>  www.vernunftkraft.de/Bundesinitiative/
>  www.windwahn.de

Von Bundesregierung und Landesregierungen sowie der von ihnen massiv subventionierten Windindustrie werden die Gefahren des Infraschalls aus WKA verharmlost oder ignoriert. Sie stützen sich dabei auf Landesuntersuchungsämter, deren Messungen den international geprüften Standards zum Nachweis von Infraschall (besonders < 6 Hz) oft nicht genügen. Zu dieser Einschätzung kommen Akustiker, die die erwähnte Verfassungsklage begleiten. Auch Nicht-Fachleute erkennen bei genauem Hinsehen, dass sachlich unzureichende Messungen zur Beruhigung von bedrohten Bürgern benutzt werden. Am Beispiel der Studie des "Landesamtes für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg" (LUBW) vom Februar 2016
>  www4.lubw.baden-wuerttemberg.de/servlet/is/257896/
wird erkennbar, dass:
- der gepulste Infraschall aus WKA nicht sicher vom Infraschall der Umgebung getrennt
   wurde,
- in vielen Messungen der kritische Bereich unter 8 Hz überhaupt nicht erfasst wurde,
- keine Messungen in Gebäuden stattfanden (dort ist Infraschall oft stärker wirksam als
  im Freien, s.o.),
- die Ausbreitung des Infraschalls über den Untergrund nicht korrekt erfasst wurde. Die
  mit den Messungen beauftragte Firma ist sonst für die Windindustrie tätig.

Die LUBW Studie kommt - wie ähnliche, regierungsnahe "Faktenpapiere" vor ihr - zum Schluss, dass bereits in 300 m Abstand der Infraschall aus einer WKA deutlich unter der "Wahrnehmungsschwelle" des Menschen liegt und in 700 m Abstand kein Infraschall mehr nachweisbar sei. Angesichts der vom Hörschall verschiedenen Wahrnehmung (s.o.), der unzureichenden Messmethoden und der international verfügbaren Daten sind diese Aussagen nicht gerechtfertigt bzw. falsch. Gleichwohl dienen sie für Gerichte, Politiker und Windindustrie als die offizielle Faktenbasis. Angesichts der Tendenz zur Errichtung immer größerer Windanlagen wird es höchste Zeit, dass die Gesundheits­gefahr durch gepulsten Infraschall aus WKA korrekt dokumentiert und das Verfassungs­gut Gesundheit ausreichend davor geschützt wird.
>  http://www.vernunftkraft.de/realismus-reicht/

>  Flyer Infraschall


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Bürgerinitiative zum Schutz des Hochschwarzwalds St. Märgen e.V.
info (at) bi-hochschwarzwald.de