Leserbriefe

Mai 2017

Ein Windpark stinkt zum Himmel
Zum Artikel im Südkurier vom 20. Mai 2017 „Ein Windpark schießt
in die Höhe“

Dieser zweiseitige Bericht im Südkurier vom letzten Samstag ist wirklich der Gipfel einer undifferenzierten, einseitigen Berichterstattung betreffend der Windkraft in den letzten Wochen und Monaten.

Von Beginn an wird der Protest gegen den Windpark auf der Länge als Import aus dem Hochschwarzwald diffamiert und Windkraftgegner auf der Baar werden als unter­ent­wickelt dargestellt, die der „Entwicklungshilfe“ von Seiten eines Stühlinger Bürgers bedürften. Verantwortliche wundern sich, warum der Protest erst jetzt aufkeimt, wo doch bereits seit Jahren bekannt sei, dass auf der Länge ein Windpark geplant ist. Ja sind wir denn alle so blöd oder was? Nicht einmal Ortschaftsräte in den an die Länge angrenzenden Gemeinden wussten über den Windpark Bescheid.

Fakt ist, dass immer nur von einzelnen Windrädern auf den jeweiligen Gemarkungen die Rede war. Den Bürgerinnen und Bürgern wurde und wird immer noch (bewusst?) verschwiegen, dass es sich um einen zusammenhängenden Windpark mit insgesamt dreizehn Windkraftanlagen handelt. Das Genehmigungsverfahren ist eine Farce, da keine umfassende Umweltverträglichkeitsprüfung stattfand. Stattdessen werden Aussagen wie „Die Länge ist kein typischer Lebensraum für Milane“ unkommentiert im Südkurier verbreitet. Der Windpark Verenafohren in Wiechs am Randen wird gefeiert, als wäre er ein Weltwunder und Heilsbringer, der die Energiewende voranbringt. Schade, dass im Südkurier bisher noch kein kritisches Wort zur Energiewende stand. Zum Beispiel, dass der CO2- Ausstoß in Deutschland in den letzten Jahren (trotz/wegen der Windkraft) zugenommen hat, dass Wind- und Sonnenenergie in diesem Ausmaß nur Sinn machen, wenn wir genügend Speichermöglichkeiten haben, dass wir durch Subventionierung der Windkraft andere alternative Energiegewinnung wie Wasserkraft vom Markt verdrängen, dass der Strompreis stetig steigt und wir sogar für die Entsor­gung von überschüssigem (Öko)Strom ins Ausland bezahlen müssen. Schattenwurf und Geräuschpegel sollen in Verenafohren auf ein Mindestmaß reduziert werden. Leider wurde bisher Infraschall noch nicht in Zusammenhang mit Windkraft erwähnt. Nach neuesten Erkenntnissen hat dieser – bei größeren Windparks - eine Reichweite von bis zu 20 Kilometern und kann negative Auswirkungen auf die Gesundheit von Mensch und Tier haben. Die sich im Energiewende-Taumel befindende Wiechser Bürgerschaft sollte sich mit Konrad Saum, Nebenerwerbslandwirt aus dem Hochschwarzwald und von Windkraft Geschädigtem unterhalten.

Auf der Länge sollen 13 – nicht nur drei - Windkraftanlagen entstehen, die jeweils 230 Meter hoch sind (30 Meter höher als diejenigen in Wiechs). Es werden 17 Hektar Wald gerodet, geschützte Tierarten wie der Milan, Fledermäuse, … werden bewusst geopfert, die Verschmutzung des Grundwassers durch möglicherweise austretendes Öl wird in Kauf genommen, die mögliche Gesundheitsgefährdung der anwohnenden Bevölkerung ignoriert. Da mutet es geradezu lächerlich an, wenn in Wiechs das Umsiedeln von Ameisenvölkern als Tierschutzmaßnahme großartig angepriesen wird.

Fakt ist, dass sich kein Windrad dreht, wenn kein Wind weht – auch nicht Schwachwind­anlagen. Fakt ist, dass bei der Anlage in Wiechs in Deutschland produzierter und subventionierter Strom in das Netz des Elektrizitätswerkes Schaffhausen in der Schweiz fließt.

Fakt ist, dass der Widerstand gegen den „Windpark“ auf der Länge aus den umliegenden Dörfern kommt, da wir diese wunderbare, (bisher) unberührte Landschaft lieben und erhalten wollen.

Weitere Infos unter: www.gegenwind-laenge.
Angelika Sitte
Blumberg-Hondingen





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Bürgerinitiative zum Schutz des Hochschwarzwalds St. Märgen e.V.
info (at) bi-hochschwarzwald.de