Leserbriefe

Mai 2017

Leserbrief "Windkraft ist kein Selbstläufer mehr" von Hermann Kurz in der Badischen Zeitung vom 21. März 2017 zur Infoveranstaltung der Windkraft-­gegner im Münstertal am 17. März

Mehr Sachkompetenz bei Entscheidungsträgern

"Wenn da so ein Auerhuhn kräht, ist das doch kein Argument gegen Windräder",
meinte Carolin Pfefferle, Freie Wähler-Gemeinderätin aus Münstertal und frisch gebackene "Fachfrau" für Artenschutz an diesem Abend. Obwohl die gelernte Industriekauffrau durch demonstratives Zuspätkommen ausgerechnet den Vortrag des studierten Landschaftsplaners Ulrich Bielefeld verpasste, "überzeugte" sie später mit einer sehr eigenwilligen, fragwürdigen und grob subjektiven Bewertung der Landschaft rund um das Münstertal: Ihre drei Kinder würden nach Bau der Windräder das bisherige Landschaftsbild nicht vermissen. Ach ja, dann meinte Sie noch erstaunlich unverblümt, dass die Dauer der Diskussion um die Windkraft Ihr auf die Nerven gehe.

Das ist es, was die grün-roten Erfinder des Windenergieerlasses beabsichtigten, als sie die Entscheidungen den Kommunen übertrugen: Ehrenamtliche Gemeinderäte mal mit, mal ohne Kompetenz durch die komplexe Materie wie die Windkraftplanung in der Regel zu überfordern und unter Zugzwang zu setzen. Dass dabei fast immer unsinnige Entscheidungen zugunsten der Windradindustrie herauskommen, ist Bestandteil des großen Plans zur flächendeckenden Verspargelung Deutschlands beziehungsweise zur Erlangung von Milliardenprofjten.

Die Entscheidung der Freien Wähler-Fraktion, Frau Pfefferle unter anderem für den Schwerpunkt Tourismus zu benennen, sollte dringend revidiert werden, denn viele, viele Touristen mögen partout keine Windräder im weltberühmten "Black Forest" sehen.

Hermann Kurz, Gutach




Leserbrief und Reaktion von Carolin Pfefferle zum obigen Leserbrief vom
21. März 2017 in der Badischen Zeitung

"Ich habe keine Angst vor einer Verspargelung"

Zum Bericht und Kommentar über eine Infoveranstaltung von Windkraftgegnern in Münstertal (BZ vom 20. März, "Windkraft ist kein Selbstläufer mehr" und "Bloß kein neuer Glaubenskrieg") und dem Leserbrief von Hermann Kurz aus Gutach (BZ vom 21. März) erreichten uns folgende Zuschriften: Die Bürgerinitiative zum Schutz des Hochschwarzwaldes stammt nicht aus der Bürgerschaft des Münstertals und auch die Anwesenden waren zu einem großen Teil nicht ortsansässig. Mit der Bürgerbefragung im März 2011 schien die Windkraft neue Fahrt aufzunehmen, da sich eine überwältigende Mehrheit dafür aussprach. Es folgte aber bald die Ernüchterung. Inhaltlich kann man in Sachen Wind sicher unterschiedlicher Meinung sein. Meine einzige Stellungnahme an diesem Abend war, dass ich davon überzeugt bin, dass die nächste Generation (etwa meine drei Kinder) kein Problem mit dem veränderten Landschaftsbild haben wird. Nun mag meine Fachkompetenz als "nur" gelernte Industriekauffrau nicht so hoch sein, wie die eines studierten Landschaftsplaners, trotzdem wurde ich von den Münstertälern deutlich zum zweiten Mal in den Gemeinde­rat gewählt und beschäftige mich mit dem Thema Windkraft nun schon einige Jahre. Im Gegensatz zu den Gegnern der Windkraft habe ich keine Angst vor Verspargelung der Landschaft. Die Einschränkungen auf den einzelnen Flächen sind so hoch, dass kaum Baugenehmigungen erteilt werden. Die Windkraft alleine wird es sicher nicht richten, aber für mich gehört sie zum Energiemix dazu. Und Energie sollte vor Ort erzeugt werden, dort wo sie gebraucht wird.





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Bürgerinitiative zum Schutz des Hochschwarzwalds St. Märgen e.V.
info (at) bi-hochschwarzwald.de